Drehleiter mit Korb 23/12 Vario

Allgemeine Fahrzeugbeschreibung Drehleiter

Ein so genanntes Hubrettungsfahrzeug wie die Drehleiter (kurz: DL) ist ein Feuerwehrfahrzeug mit einem vom Fahrzeugmotor angetriebenen Hubrettungssatz. Es dient vorrangig zur Rettung von Menschen aus großen Höhen, die mit tragbaren Feuerwehrleitern nicht erreicht werden können. Auch zur Brandbekämpfung und zur Durchführung technischer Hilfeleistungen findet die Drehleiter oftmals Verwendung.

Um die Standsicherheit für den Betrieb der Drehleiter sicherstellen zu können, verfügen Hubrettungsfahrzeuge seitlich über hydraulisch ausfahrbare Abstützungen. Der Leiterpark einer Drehleiter besteht aus mehreren ineinander liegenden Leitersegmenten, die hydraulisch aufgerichtet und geneigt, sowie motorisch ausgefahren werden können. Er ist auf einem Drehkranz am Fahrzeugfahrgestell befestigt. Dieser Drehkranz lässt sich um 360° drehen. Zur Bedienung des Leiterparks befindet sich auf dem Drehkranz neben der Leiter ein Steuerstand. Er ist der Arbeitsplatz des Drehleitermaschinisten. Bei der überwiegenden Mehrheit der heute eingesetzten Drehleitern kann der Hubrettungssatz auch aus dem Korb heraus bedient werden.

Drehleiter DLA(K) 23-12

Begriffserklärung:

Die Abkürzung setzt sich wie folgt zusammen: Drehleiter, vollautomatisch mit Korb 23-12 (Die erste Ziffer gibt die Nennrettungshöhe in Metern an, die zweite Ziffer die Nennausladung in Metern.)

Die Feuerwehr Wiesmoor ist seit 2001 im Besitz einer Drehleiter DLA(K) 23-12. Die Bezeichnung DLA(K) 23-12 sagt aus, dass die Drehleiter mit Korb eine Rettungshöhe von 23 Metern bei einer seitlichen Ausladung von 12 Metern erbringen muss. Die maximale Leiterhöhe beträgt 30 Meter. Eine Notwendigkeit zur Vorhaltung eines Hubrettungsfahrzeuges ergibt sich aus der steigenden Zahl von hohen Gebäuden im Stadtgebiet Wiesmoor. Aus diesem Grund rückt die Drehleiter bei Brandeinsätzen in und an Gebäuden in der Regel als zweites Großfahrzeug aus. Regelmäßig wird das Fahrzeug auch von Feuerwehren aus den Nachbarkommunen (teilweise kreisübergreifend) zur Unterstützung angefordert. Wenn es sich dabei um einen Brandeinsatz handelt, rückt die Drehleiter immer zusammen mit dem Tanklöschfahrzeug zur nachbarschaftlichen Löschhilfe aus. Im Landkreis Aurich gibt es jeweils in Aurich, Norden, Simonswolde, sowie auf den Inseln Norderney und Juist eine weitere Drehleiter.

Der Leiterpark besteht aus mehreren ineinander liegenden Leitersegmenten, die motorisch ausgefahren werden. Er ist auf einem so genannten Drehkranz auf dem Fahrzeugfahrgestell befestigt, der sich um 360° drehen lässt. Zur Bedienung des Leiterparks befindet sich auf dem Drehkranz neben der Leiter ein Steuerstand. Dieser wird meist vom Maschinisten bedient. Desweiteren gibt es die Möglichkeit die Leiter vom Rettungskorb aus zu steuern. Der Rettungskorp ist fest mit Leiterpark verbunden und bietet maximal Platz für drei Personen. Bei Bedarf kann er aber vom Leiterpark abgenommen werden.

Um für den Betrieb der Leiter einen stabilen Stand zu schaffen und ein Umkippen zu verhindern, werden seitliche Abstützungen ausgefahren. Iveco Magirus verbaute bei diesem Modell eine Vario-Abstützung. Das heißt, dass man im Einsatzfall nicht gezwungen ist, alle Stützen komplett auszufahren. In der Regel reicht es die Stützen auf der belasteten Seite voll auszufahren und abzustützen, um die größtmöglichen Ausladungswerte der Leiter zu erreichen. Die unbelastete Seite kann direkt am Fahrzeug abgestützt werden, da im Regelfall nicht auf zwei Seiten gleichzeitig zu arbeiten ist. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Drehleiter auch an Einsatzstellen eingesetzt werden kann, an denen es beispielsweise durch abgestellte Fahrzeuge eng zugeht.

Eine Drehleiter kann im Einsatz auf vielseitige Art und Weise eingesetzt werden:

 

  • Menschenrettung. Die erste Aufgabe der Drehleiter an der Einsatzstelle ist die Rettung von Menschenleben aus Höhen und auch Tiefen. Bei Bedarf kann an den Rettungskorp eine Halterung für eine Krankentrage montiert werden. So ist es möglich eine erkrankte oder verletzte Person auf einer Trage schonend und sicher aus einer hochgelegenen Wohnung zu transportieren.
  • Brandbekämpfung. Am Drehleiterkorb kann ein Wenderohr angebracht werden mit dem sich dann entweder das Feuer von außen bekämpft lässt oder der Angriffstrupp kann vom Leiterkorb aus über ein Fenster oder einen Balkon ins Innere des Gebäudes eindringen. Hierfür muss der Angriffstrupp eine weitere Schlauchleitung vom Wenderohr aus in das Gebäude verlegen. Möglich wird dieses Verfahren, da das Wenderohr über einen passenden C-Abgang verfügt.
  • Hilfeleistung. Nicht nur zur Menschenrettung und Brandbekämpfung wird die Drehleiter der Feuerwehr Wiesmoor eingesetzt. Die Einsatzmöglichkeiten einer Drehleiter in Bezug auf Hilfeleistungen sind vielseitig. Am Korb lassen sich zur Ausleuchtung der Einsatzstelle zwei Scheinwerfer befestigen. Betrieben werden die Strahler durch einen mitgeführten Generator. Desweiteren lässt sich beispielsweise auch vom Korb aus mit einer Motor-/Elektrokettensäge bei Sturmschäden arbeiten.
  • Anleiterbereitschaft. Wird die Drehleiter am Einsatzort nicht zur Menschenrettung oder bei der Brandbekämpfung als Angriffsweg für vorgehende Trupps benötigt, kann die Drehleiter als zweiter Rettungsweg zur „Eigensicherung“ eingesetzt werden, falls der Angriffsweg der gleichzeitig der Rückzugsweg ist abgeschnitten wird. Der betroffene Trupp kann dann über die Drehleiter (zweiter Rettungsweg) das Gebäude verlassen. In der Regel wird hierfür die Leiter beispielsweise an einem Fenster in der Nähe des Trupps in Stellung gebracht. Über Funk wir dem Trupp die Position der Leiter mitgeteilt.

Die feuerwehrtechnische Beladung der Drehleiter ist verglichen mit anderen Großfahrzeugen eher gering. Ein wichtiger Bestandteil der Beladung ist jedoch ein 35 Meter langer B-Schlauch, der dank seiner Länge auf den komplett ausgezogenen Leiterpark passt. Mit ihm wird das Wenderohr am Rettungskorb mit Wasser versorgt. Zusammengekuppelte Schläuche können hierfür nicht verwendet werden, da der Schlauch auf den Leitersprossen liegt und eine Kupplung sich beim Ein- oder Ausfahren der Leiter sofort verhaken würde. Zusätzlich ist auf der Leiter ein so genanntes Rollgliss zur Rettung von Menschen aus Höhen und Tiefen verlastet.

Technische Daten

 

Fahrzeugart

Drehleiter

Kurzbezeichnung

DLA (K) 23/12 Vario

Besatzung

1/2/3 (Trupp)

Kfz-Kennzeichen

AUR-DL87

Funkrufname

Florian Aurich 24-30-2

Fahrgestell

Iveco 140-25A

Aufbau

Iveco Magirus

Baujahr

1989

HKP_FW_383 (Medium)

© Copyright 2002-2017  Freiwillige Feuerwehr Wiesmoor. All rights reserved. Site created by Feuerwehr Wiesmoor Homepage Team.

Webbanner_155x55
Facebook Banner

 

Unbenannt2
Unbenannt3