Gefahrgut-Gruppe

IMG_9450Jahr für Jahr werden mehrere Millionen Tonnen gefährlicher Stoffe und Güter auf den Straßen Deutschlands transportiert - Tendenz steigend. Hinzu kommt außerdem noch, dass sich quasi täglich die Zahl der Stoffe, die als „gefährlich“ eingestuft werden, erhöht. Mit dem kontinuierlich zunehmenden Güterverkehr auf den Straßen nimmt also zwangsläufig auch das Risiko von Unfällen und somit die Gefährdung von Mensch und Umwelt durch gefährliche Stoffe zu. Des Weiteren ist seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 auch die Gefahr von kriminellen Handlungen und terroristischen Anschlägen mit ABC-Stoffen ein aktuelles Thema geworden.
Einsätze mit Gefahrgut oder anderen ABC-Stoffen bergen meist ein hohes Risiko für die eingesetzten Kräfte und stellen daher hohe Anforderungen an Mannschaft, Einsatzgerät und Einsatztaktik. Deshalb sind diese Themen bei den Feuerwehren, die ein entsprechendes Gefahrenpotenzial in ihrem Ausrückebereich besitzen, mittlerweile wichtiger und fester Bestandteil der Ausbildung.

IMG_0087So auch in Wiesmoor. Schon Ende der 80er Jahre führte der stetig steigende Transportverkehr von gefährlichen Stoffen und Gütern per Lkw auf den Bundesstraßen in und um Wiesmoor, zu der Überlegung eine Gefahrgut-Gruppe ins Leben zu rufen. Die Mitglieder der hiesigen Feuerwehr wollten aber nicht nur auf eventuelle Transportunfälle vorbereitet sein. Bei näherer Betrachtung zeigte sich auch im Ort ein gewisses Gefahrenpotenzial. So existierten schon damals einige Firmen, die mit teils nicht unerheblichen Mengen gefährlicher Stoffe arbeiteten. Aus ersten Ideen für eine Gefahrgut-Gruppe entstanden schon bald darauf konkrete Pläne für den Aufbau einer solchen Einheit. Ziel sollte es dabei sein, im Rahmen der Möglichkeiten einen qualifizierten Erstangriff durchführen zu können, um beispielsweise eine schnelle Menschenrettung aus einem gefährdeten Bereich zu ermöglichen.
Schließlich wurde 1989 eine solche Gefahrgut-Gruppe  gegründet. Seitdem besteht sie durchschnittlich aus ca. 15 bis 20 Kameraden, die sich neben dem normalen Dienstbetrieb auf diesen besonderen Themenbereich spezialisiert haben. Seit 2012 gehören auch einige Mitglieder der Feuerwehr Marcardsmoor der Gefahrgut-Gruppe an. Der Großteil der Mitglieder hat die erforderlichen Lehrgänge (bis 2003 „Gefährliche Stoffe und Güter“, ab 2004 ABC- Teil I und II), sowie die Unterweisungen auf Kreisebene absolviert und kann somit auch als Träger eines CSA (Chemikalienschutzanzug) im Einsatzfall eingesetzt werden.
Die Gefahrgut-Gruppe der Feuerwehr Wiesmoor ist für einen möglichen Ersteinsatz zur Menschenrettung aus gefährdeten Bereichen ausgestattet. Dazu gehören vier CSA, ein Explosions- und Gaswarngerät, eine Handmembranpumpe, 4 Funksprechgarnituren, um in den CSA funken zu können, diverse Einweg-Schutzanzüge und Schutzhandschuhe,  provisorische Auffangbehälter, Chemikalien-/Ölbindemittel, aber auch eine Gefahrgut-Datenbank (als erste Informationsquelle zur Einschätzung der Gefahren der Stoffe und Handlungsmöglichkeiten) sowie weiteres Kleinmaterial.


IMG_9615Im Einsatzfall werden wir durch die Freiwillige Feuerwehr Sandhorst mit dem Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) und den ABC-Zug des Landkreises Aurich aus Holtrop unterstützt, die über weiteres Personal und umfangreiches Spezialgerät für derartige Einsätze verfügen. Sie werden im Regelfall bei einem entsprechenden Alarmstichwort von der Rettungsleitstelle Aurich sofort mitalarmiert. Bei Bedarf kann auch auf weiteres Personal aus dem Landkreis, oder bei größeren Gefahrgutunfällen, auch aus den ostfriesischen Nachbarlandkreisen zurückgegriffen werden. Für solche Großschadenslagen, sowie zur Optimierung von Ausbildung und Zusammenarbeit der ostfriesischen Gefahrguteinheiten existiert bereits seit mehreren Jahren der „Arbeitskreis Gefahrgut“ der ostfriesischen Feuerwehren. Durch regelmäßige Besprechungen der Führungskräfte und Großübungen mit allen Mitgliedern wird diese Zusammenarbeit intensiviert und es können eventuell vorhandene Schwachpunkte aufgedeckt und beseitigt werden.

Im Ausbildungsdienst beschäftigt sich die Gefahrgutgruppe unserer Feuerwehr unter anderem mit Methoden zum Abdichten von Leckagen, das Auffangen und Umpumpen gefährlicher Stoffe und der Messtechnik zum Aufspüren gefährlicher Stoffe. Auch das Arbeiten unter den speziellen Schutzanzügen sowie die nach Kontakt mit Gefahrstoffen notwendige Dekontamination gehören zu den wesentlichen Ausbildungsbestandteilen.

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