Feuerlöscher - finden und richtig bedienen

Nach den Erfahrungen der Feuerwehr kann der frühzeitige und richtige Einsatz von Feuerlöschern erheblich dazu beitragen Leben zu retten und Sachschäden zu verringern. Feuerlöscher gibt es unter anderem mit 1, 2, 6, 9 und 12 kg Löschmittelinhalt. Sie dienen vornehmlich zur wirksamen Bekämpfung von Entstehungsbränden. Das heißt, dass nur kleine und in der Entstehung befindliche Brände erfolgreich bekämpft und gelöscht werden können. Es sind keine besonderen Kenntnisse von Nöten, um einen handelüblichen Feuerlöscher bedienen zu können. Eine leicht verständliche Gebrauchsanweisung ist auf jedem Gerät zu finden und im Bedarfsfall zu befolgen.


Um im Ernstfall wertvolle Zeit zu sparen, sollten Sie sich unbedingt schon vorher mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Feuerlöschern und deren Gebrauch vertraut machen. Sie sollten ebenfalls prüfen, ob die Feuerlöscher in Ihrer Umgebung auch für die bei Ihnen vorhandenen brennbaren Stoffe geeignet sind. Das kann maßgeblich zu einem raschen Löscherfolg beitragen. Daher sind auf jedem Feuerlöscher Piktogramme aufgedruckt, die darstellen, für welche Brandklassen der jeweilige Löscher verwendet werden sollte.

Das falsche Löschmittel kann einen Brand schlagartig um ein Vielfaches vergrößern! Beispiel: Aufbringen von Wasser auf einen Fettbrand.

Für den Schutz Ihrer privaten Wohnräume empfehlen sich in erster Linie Schaum- und Pulverlöscher. In einigen Fällen ist Schaum besonders gut geeignet, da er als Löschmittel gesundheitsunbedenklich und auch biologisch abbaubar ist. Zudem kann man Löschschaum gezielt auf den Brandherd aufbringen, ohne umliegende Einrichtungsgegenstände in Mitleidenschaft zu ziehen, wie das bei Pulver durch die starke Staubentwicklung der Fall sein könnte.

Es gibt zwei unterschiedliche Bauarten von Feuerlöschern:

Der Aufladelöscher

Aufladelöscher bestehen aus zwei Behältern (Löschmittelbehälter und einem besonders dickwandigen Treibgasbehälter) - Löschmittel und Treibgas sind also getrennt. Dadurch ist ein Nichtfunktionieren durch Undichtigkeiten bei dieser Löscherbauart so gut wie ausgeschlossen.

Prinzip:

Wird zwischen den beiden Behältern eine Verbindung hergestellt, z. B. durch Öffnen des Ventils am Treibgasbehälter, so strömt das Treibmittel (Treibgas, z. B. Kohlendioxid) in den Löschmittelbehälter und setzt diesen unter Druck. Man sagt, der Aufladelöscher ist „aufgeladen" – er ist nun bereit, das Löschmittel auszustoßen. Man unterscheidet Aufladelöscher mit außerhalb oder innerhalb (im Löschmittelbehälter) angebrachter Treibgasflasche. Aufladelöscher gibt es für die Löschmittel Wasser, Schaum und Pulver, als vorgemischte Lösung oder als Kartusche mit Schaumkonzentrat.

Der Dauerdrucklöscher (Permanentlöscher)

Bei Dauerdrucklöschern befinden sich Löschmittel und Treibgas zusammen in einem Löschmittelbehälter.

Prinzip:

Das im Löschmittelbehälter enthaltene Treibgas (Stickstoff) übt einen andauernden (permanenten) Druck auf das Löschmittel aus. Nach Betätigung der Auslösevorrichtung, z. B. eines Schalthebelventils, strömt das Löschmittel unter Druck über das Steigrohr, den Auswurfschlauch und die Auswurfdüse aus dem Feuerlöscher. Vorteil dieser Bauweise ist der geringe technische Aufwand, weshalb diese Löscher zur preisgünstigen Standardklasse gehören. Nachteil ist, dass der Löschmittelbehälter ständig unter Druck steht (untersteht somit der Druckbehältergesetzgebung). Dadurch besteht die Gefahr, dass durch geringe Undichtigkeiten am Löscher (sog. Schleichgase) das Treibgas unbemerkt entweicht und der Löscher damit funktionsunfähig wird. Dauerdrucklöscher gibt es ebenfalls für die Löschmittel Wasser, Schaum und Pulver.

So sind Feuerlöscher in der Öffentlichkeit zu finden:  

Feuerlöscher sind an leicht zugänglichen Stellen aufzustellen und diese durch gut sichtbare Hinweisschilder zu kennzeichnen. In größeren Gebäuden, z.B. Gasthäusern, Versammlungsräumen, Kindergärten, Schulen, Betriebsstätten etc., ist dies gesetzlich vorgeschrieben. 

Brandklassen nach DIN EN 2

Die Brandklasseneinteilung ermöglicht eine Zuordnung von Löschmitteln zu den brennbaren Stoffen. D.h. ein Löschmittel, dass z.B. zum Löschen von Holz geeignet ist, muss auch für alle Stoffe der Brandklasse "A" brauchbar sein.

Die Zulassung eines Löschmittels für eine bestimmte Brandklasse setzt also vorraus, dass das Löschmittel zum Löschen aller Stoffe, die in diese Brandklasse gehören, geeignet ist. 

 Achtung: vorher unbedingt die Hinweise des Herstellers auf den Feuerlöschern beachten! Mindestabstand einhalten!

Vorgehensweise beim Einsatz von Feuerlöschern

Beim Einsatz von Feuerlöschern gibt es einige Grundregeln, die man beachten sollte. Wichtig ist, dass Ruhe und Übersicht gewahrt und parallel immer die Feuerwehr gerufen wird. Wer einen Feuerlöscher (Aufladelöscher) einsetzt, muss ihn vorher entsichern und auslösen. Danach dauert es etwa fünf Sekunden bis sich der Druck im Löschmittelbehälter aufgebaut hat. Deshalb erst nach dieser kurzen Pause die Löschpistole öffnen.

Bei Dauerdrucklöschern kann die Löschpistole sofort nach dem Entsichern betätigt werden, da dieser ständig unter Druck steht. Bitte weiterhin ausreichenden Abstand vom Feuer halten, da die Wurfweite vom Pulver bis zu sechs Metern beträgt und erst bei diesem Abstand sich die volle Wirkung der Pulverwolke entfaltet. Zu beachten ist, dass die Funktionsdauer von Pulverlöschern je nach Größe: 6 kg-Löscher 10-14 Sekunden und 12kg-Löscher 14-20 Sekunden betragen.

Wartung:

Jeder Feuerlöscher sollte alle 2 Jahre durch einen Kundendienst überprüft werden, bei einer Verpflichtung zur Aufstellung eines Feuerlöschers ist dies ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem ist nach jedem Gebrauch, auch bei nur teilweiser Entleerung und wenn der Löscher Beschädigungen, z.B. Sicherung; Bauteile; Behälter aufweist, eine Überprüfung fällig. Dauerdrucklöscher müssen, da sie ständig unter Druck stehen, zusätzlich alle 10 Jahre zum TÜV (Behälterdruckprüfung).

Das Feuer mit dem Wind angreifen und von unten in die Glut und nicht in die Flammen einbringen. Immer Abstand halten, damit die Pulverwolke möglichst den gesamten Brand einhüllt.                       Unbedingt stoßweise löschen.

 

Flächenbrände von vorne und von unten beginnend die Löschmittelwolke über das Brandobjekt legen. Nur soviel Löschmittel einsetzen, wie zu   erfolgreichen Ablöschung erforderlich ist.                     Löschmittelreserve für eventuelle Rückzündungen bereithalten.

 

Bei Tropf- oder Fließbränden von oben (Austrittstelle) nach unten (brennende Lache) bekämpfen.

 

 
Bei größeren Entstehungsbränden mit mehreren Personen und Feuerlöschern gleichzeitig den Löschangriff vortragen, niemals mit einzelnem Feuerlöscher angreifen.

 

Benutzte Feuerlöscher niemals wieder an den Bereitstellungsort bringen, sondern sofort durch einen Kundendienst überprüfen und füllen lassen.

Wichtige weitere Hinweise

Feuerlöschdosenspray ersetzt keinen Feuerlöscher!

Aerosol-Löschsprays eignen sich, wenn überhaupt, lediglich für die Bekämpfung von Kleinstbränden. Die Löschwirkung soll durch den kühlenden und erstickenden Sprühnebel erzielt werden. Ein Feuerlöschspray erreicht mit 500 ml Inhalt bei einem Entstehungsbrand schnell seine Grenzen - ein Löscherfolg ist nahezu ausgeschlossen.

In Sachen Löschvermögen, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit sind herkömmliche Feuerlöscher deshalb den Feuerlöschdosensprays grundsätzlich überlegen. Brandschutzsprays - oder richtig: Aerosol-Feuerlöschdosensprays - erfüllen diese Qualitätskriterien nicht und ersetzen im Haushalt daher keine Feuerlöscher nach EN 3!

Der bestmögliche Schutz:

Jeder Wohnungs- und Eigenheimbesitzer muss für einen ausreichenden Brandschutz selbst sorgen. Dieses ist aber in vielen Häusern noch eine sehr große "Schwachstelle". Besonders Elektrogeräte in der Küche wie Herd, Geschirrspüler, Kaffeemaschine, Toaster, Waschmaschine usw. sind häufig Ursache eines Brandes.

Ein ABC-Pulverlöscher kann bis auf Metallbrände nahezu jedes Feuer bekämpfen und ist zudem noch recht preiswert. Jedoch haben Pulverlöscher einen entscheidenden Nachteil:

Wie der Name schon sagt, versprühen diese ein backpulverähnliches Löschmittel. Das dringt so ziemlich in jede Ritze und Pore ein und lässt sich nur schwer entfernen. In einigen Fällen richtet das aufwirbelnde Löschmittel mehr Schaden an als die Flammen selbst. Ganz besonders in Wohnbereichen sowie in Räumen, in denen viel Technik (Computer, Fernseher, etc.) stehen.

Sie sollten deshalb für Ihren Wohnbereich prüfen, ob ein Schaumlöscher ausreicht. Seine Löschwirkung besteht darin, den Brandherd zu ersticken und zu kühlen. Sein Löschmittel - eine Schaumlösung, die einen leichten Film bildet - ist für die Brandklassen A und B ausgelegt. Er ist daher zur Brandbekämpfung von brennbaren Flüssigkeiten und festen Stoffen wie Holz, Papier oder Textilien geeignet. Durch den Schaum werden die Flammen schlagartig gelöscht - ohne größere Verunreinigungen. Schaumlöscher mit einer Füllmenge von 3 bis 9 Litern sind daher vor allem für die Wohnung zu empfehlen.

Achtung Lebensgefahr! Löschen Sie niemals einen Fettbrand mit einem Wasserlöscher, dieser ist für diesen Brand gänzlich ungeeignet. Deshalb achten Sie bitte vor Verwendung des Feuerlöschers immer auf dessen Brandklassenzulassung!
 

Zusammengefasst:

  • Wasser-, oder besser noch Schaumfeuerlöscher für die Wohnung
      
  • Fettbrandfeuerlöscher für die Küche
      
  • Pulverlöscher für die Garage und den Kellerbereich

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