Informationen zu Rauchmeldern

Rauchmelderpflicht in Niedersachsen

In Niedersachsen besteht ab dem 01. Januar 2016 für sämtliche Wohngebäude eine Rauchmelderpflicht.Laut § 44 der niedersächsischen Bauordnung müssen nun alle Kinder- und Schlafzimmer sowie angrenzende Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen führen, mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Zuständig für den Einbau der Rauchmelder sind gemäß der Bauordnung die Eigentümer. Für Pflege und Wartung der Geräte sind die Mieter, Pächter oder sonstige Nutzungsberechtigte verantwortlich, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Pflicht selbst.

Hintergrund

Ursache für die etwa 200.000 Brände im Jahr ist im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit. Sehr oft lösen technische Defekte Brände aus, die ohne vorsorgende Maßnahmen wie Rauchmelder zur Katastrophe führen können.

Die jährlichen Folgen in Deutschland: 600 Brandtote, 6.000 Brandverletzte mit Langzeitschäden und über eine Milliarde Euro Brandschäden im Privatbereich.

Knapp dreiviertel aller Brandopfer verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden. Denn tagsüber kann ein Feuer meist schnell entdeckt und gelöscht werden. Nachts dagegen schläft auch der Geruchssinn, so dass die Opfer im Schlaf überrascht werden, ohne den gefährlichen Brandrauch zu bemerken.

Diagramme

 

Gefahren durch den Brandrauch

Weitaus schneller als Flammen, lautloser und auch deutlich tödlicher sind bei einem Brand die Rauchgase mit den darin enthaltenen Atemgiften. 80 bis 90 % aller Brandopfer fallen nicht dem Feuer sondern dem Rauch zum Opfer. Bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch kann tödlich sein.

Woraus sich der Brandrauch zusammensetzt, hängt ganz davon ab, was brennt. Bei einem Wohnungsbrand verbrennen hauptsächlich organische, also kohlenstoffhaltige Stoffe, aus denen viele gefährliche Gase und Rauchbestandteile entstehen:

  • Ruß
  • Kohlendioxid
  • Kohlenmonoxid
  • Chlorwasserstoff
  • Stickoxide
  • Schwefeloxide
  • Dioxine.

Bei schlafenden Personen lässt der hohe Kohlenmonoxidgehalt die Menschen bewusstlos werden und der Erstickungstod tritt ein, noch bevor die Feuerwehr alarmiert worden ist.

Rauchmelder retten Leben

Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt Ihnen den nötigen Vorsprung, sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren. Natürlich kann ein Rauchmelder auch vor einem Entstehungsbrand warnen und den Bewohnern Gelegenheit geben durch rechtzeitiges Eingreifen das schlimmste zu verhindern.

 

 

Funktionsweise eines Rauchmelders:

ääDie Geräte der verschiedenen Hersteller arbeiten grundsätzlich nach gleichen oder ähnlichen Methoden. Die Rauchmelder verfügen über eine Messkammer, in der in bestimmten Intervallen kurzzeitig eine Lichtquelle eingeschaltet wird. Treten nun Rauchpartikel in diese Messkammer ein, aktiviert das dabei entstehende Streulicht eine Fotozelle. Diese löst dann die Alarmierungs- einrichtung aus und warnt durch einen lauten Signalton. Personen, die sich in einer Brand-wohnung aufhalten, können so schnell auf die Bedrohung reagieren und sich und alle Anderen in Sicherheit bringen.

Sie können Rauchmelder auch vernetzen, über Funk oder Kabel. Weit entfernte oder wenig genutzte Räume werden damit überwacht und vor einem Brandherd in entfernten Räumen wird sofort gewarnt.

 

Wie und wo werden Rauchmelder installiert?

Die Montage von Rauchmeldern ist ganz einfach und erfordert kein großes handwerkliches Geschick. Sie werden in der Regel mit zwei kleinen Schrauben an der Zimmerdecke befestigt, bzw. es wird eine kleine Grundplatte an der Decke befestigt, in der ein Rauchmelder arretiert wird. Die Geräte werden montagefertig geliefert. Das heißt, es liegt ihnen eine ausführliche Gebrauchs- und Montageanleitung, Batterie, Schrauben und Dübel bei.

Damit Sie von Ihren Rauchmeldern optimalen Schutz erwarten können, müssen Sie bei der Installation folgendes beachten:

  • Befestigen Sie Rauchmelder immer an der Zimmerdecke, da der Rauch nach oben steigt
  • an der Decke in der Raummitte bzw. mindestens 50 cm von Wänden entfernt
  • immer in waagerechter Position (auch bei Dachschrägen)
  • nicht in der Nähe von Luftschächten und nicht in starker Zugluft
  • nicht in der Dachspitze (wenigstens 30 bis 50 cm darunter)
  • nicht in Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht
  • batteriebetriebene Rauchmelder können nur dann optimalen Schutz liefern, wenn sie mit funktionsfähigen Batterien bestückt sind.

Geräte, die der Norm DIN 14604 entsprechen, geben über einen Signalton zu erkennen, wenn ein Batteriewechsel bevorsteht. Sie sollten jedoch regelmäßig (ca. einmal im Monat) mit dem Testknopf die Funktionsfähigkeit des Gerätes überprüfen.Spätestens alle 10 Jahre sollten Rauchmelder aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden.

 In Privathaushalten ist ein Rauchmelder in einem zentral gelegenen Raum, wie z.B. im Flur, anzubringen. An der Schnittstelle zwischen Wohn- und Schlafbereich werden somit auch schlafende Personen durch den Signalton auf eine drohende Gefahr aufmerksam gemacht.In Häusern mit mehreren Stockwerken sollten die Rauchmelder im Flur auf den Etagen montiert werden. Wichtig ist auch ein Rauchmelder im Keller.

 

Um einen bestmöglichen Schutz zu gewährleisten, sollten Sie jeden Raum in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus mit einem Rauchwarnmelder ausstatten - ausgenommen Räume, in denen viel Staub, Rauch oder Wasserdampf (Küche, Bad) entsteht. Für diese Anwendungen existieren jedoch spezielle Lösungen, wie z. B. Wärmemelder, Rauchmelder mit Stummschalter oder für Gasaustritt in Küche und Keller Gasmelder. Bei einem Haus oder einer großen Wohnung bieten sich besonders funkvernetzte Rauchmelder an. Bei einem Neubau können auch schon von vornherein kabelvernetzte 230-Volt-Rauchmelder installiert werden.

Tipps für den Kauf von Rauchmeldern

Sie sollten nur optische Rauchmelder verwenden und beim Kauf unbedingt auf die Qualität achten. Hochwertige Geräte sind heute schon für einen relativ günstigen Preis in Warenhäusern, Baumärkten, über den Versandhandel, sowie natürlich im Fachhandel für Brandschutz- oder Sicherheitstechnik erhältlich. Kaufen Sie Rauchmelder dort, wo Sie auch eine kompetente Beratung dazu erhalten.

Neben genormten Produktstandards lohnt sich beim Kauf ein Augenmerk auf die Schutzvorrichtung der Rauchkammer sowie die Funktionstestmöglichkeit. In den Meldern des Herstellers GEV – in Niedersachsen der einzige Produzent von Rauchmeldern – sorgen beispielsweise Edelstahlgitter vor Fehlalarmen durch eindringende Staubpartikel oder Insekten. Zur Überprüfung der Funktionstauglichkeit simuliert das Drücken des Testknopfes den Raucheintritt und löst damit eine reale Überprüfung der Rauchkammer, Elektronik und Batterie aus, während bei anderen Geräten häufig mit Testsprays gearbeitet werden muss. Rauchmelder müssen außerdem der Produktnorm DIN EN 14604 entsprechen.


In dieser Norm sind die Mindestanforderungen an die Melder definiert – beispielsweise ein Temperaturfunktionsbereich zwischen 0° und 55° Celsius, elektromagnetische Verträglichkeit, Alarmlautstärken, Vernetzungsmöglichkeit mehrerer Geräte, Kennzeichnung und Angaben des Produzenten, u.v.m. So müssen Rauchmelder auch mindestens 30 Tage nach Batterie-Leeranzeige funktionsfähig sein und im Brandfall einen Alarm über vier Minuten abgeben können. Damit sollen auch Abwesenheiten zum Beispiel durch Urlaube sicher überbrückt werden.

Hier noch einmal die Übersicht der Mindestleistungsmerkmale, die ein Rauchwarnmelder erfüllen muss. Sie sind in der DIN EN 14604 festgelegt:

  • Der Alarmton muss mindestens 85 dB(A) betragen
  • Mindestens 30 Tage bevor die Batterie ausgetauscht werden muss, ertönt ein wiederkehrendes Warnsignal
  • Ein Testknopf zur Funktionsüberprüfung des Melders ist Voraussetzung
  • Der Rauch sollte von allen Seiten gleich gut in die Rauchmesskammer eindringen können.

Wichtige Qualitätsmerkmale sind zudem:

  • Schutz gegen Eindringen von Schmutz und Insekten
  • Lithium-Batterien mit einer Haltbarkeit von bis zu 10 Jahren
  • Garantie mit 100%iger Rückverfolgbarkeit der Produkte zum Hersteller
  • Oftmals zusätzliche Schnittstellen z. B. für Funksender
  • Leuchtdiode zur Batteriebereitschaftsanzeige

 

Rauchmelder für Gehörlose

Verschiedene Firmen bieten mittlerweile ein Rauchmeldersystem für Hörgeschädigte an. Das System besteht aus dem Rauchmelder, einem Alarm- und Handy-Sender sowie Zusatzgeräten, die mit Blitzlicht und/oder Vibration eines Gerätes auf den Alarm aufmerksam machen.

Der spezielle Rauchmelder warnt erstens durch starke Lichtblitze, die von der Netzhaut des Auges besonders leicht wahrgenommen werden. Zweitens bringt er eine kleine Scheibe im Bettzeug des schlafenden Hörgeschädigten zum Vibrieren, so dass die Person aufwacht und damit auch nachts vor Rauch und Brandgefahr geschützt ist. Rauchmelder und Lichtsystem werden einfach durch ein Kabel miteinander verbunden. Weitere Infos hierzu erhalten sie ebenfalls im Fachhandel.

 

Die gefährlichsten Mythen über Brände:

 

"Wenn es brennt, habe ich mehr als 10 Minuten Zeit, die Wohnung zu verlassen."

Irrtum, Sie haben durchschnittlich nur 4 Minuten zur Flucht. Eine Rauchvergiftung kann sogar bereits nach 2 Minuten tödlich sein.

"Meine Nachbarn oder mein Haustier werden mich rechtzeitig alarmieren."

Eine gefährliche Fehleinschätzung, wenn man nur 2 Minuten Zeit hat - besonders nachts, wenn Ihr Nachbar schläft und das Haustier im Nebenzimmer ist.

"Wer aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher."

Stimmt nicht. Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen. Auch Brandstiftungen im Keller oder Hausflur sowie ein Brand in der Nachbarwohnung gefährden Sie ganz unverschuldet.

"Steinhäuser brennen nicht."

Das brauchen Sie auch nicht! Schon Ihre Gardine, die Tapete oder ca. 100g Schaumstoff, beispielsweise in Ihrer Couch, sind ausreichend, um eine tödliche Rauchvergiftung zu erzeugen.

"Rauchmelder sind zu teuer."

Ein Rauchmelder ist das beste Mittel zum vorbeugenden Brandschutz im eigenen Haushalt. Täglich sterben in Deutschland zwei Menschen bei Bränden. Wieviel ist Ihnen Ihr Leben wert?

 

Quelle und weiterführende Informationen zu Rauchmeldern unter:

http://www.rauchmelder-lebensretter.de

 

 

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