Drohnenübung

Groß angelegte Personensuche in Wiesederfehn

Mehrere Drohneneinheiten aus den ostfriesischen Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund und der kreisfreien Stadt Emden, die DRK Bereitschaft Aurich, sowie die DRV Rettungshundestaffel Ems-Jade aus dem benachbarten Landkreis Friesland kamen am Samstagnachmittag auf dem Gelände des Gründerzentrums in Wiesederfehn zusammen, um das gemeinsame Vorgehen bei einer groß angelegten Personensuche zu trainieren. Dabei wurden sie auch von Feuerwehren der angrenzenden Gemeinde Friedeburg und der Feuerwehr Middels (Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Aurich) unterstützt.

Als Ausgangslage wurde ein Verkehrsunfall mit einem Minibus auf der nahegelegenen Bundesstraße in Höhe des Felder Weges angenommen. Bei den Insassen des Fahrzeuges handelte es sich um eine größere Gruppe von Menschen mit Handicap, die nach dem Unfall unter starker Schockeinwirkung in verschiedene Richtungen davonliefen. Insgesamt wurden 14 Personen (dargestellt von Statisten aus den Feuerwehren Marx und Wiesmoor) vermisst. Daraufhin wurde um 14.30 Uhr Großalarm für die ostfriesischen Drohneneinheiten und weitere Rettungskräfte ausgelöst. Auch das Wetter spielte zu dieser Zeit mit – so verzog sich die dichte Bewölkung und der Regen hörte auf.

Auf dem Gelände des Gründerzentrums wurde mit dem Einsatzleitwagen 1 der Feuerwehr Wiesmoor und dem Einsatzleitwagen 2 aus Middels die Gesamteinsatzleitung eingerichtet, von wo aus der gesamte Übungseinsatz koordiniert wurde. Das großflächige Areal des Gründerzentrums diente dabei auch als zentrale Anlaufstelle für alle weiteren anrückenden Kräfte. Von hier aus wurden die verschiedenen Einheiten im weiteren Verlauf der Personensuche in die zugeteilten Einsatzabschnitte geschickt. Zudem baute das DRK dort einen Betreuungsplatz als Sammelstelle für die vermissten Personen auf.

Das Suchgebiet erstreckte sich über eine Fläche von knapp 14 Quadratkilometern rund um die fiktive Unfallstelle. Die betreffenden Bereiche nördlich und südlich der Bundesstraße wurden dabei aus der Luft abgesucht. Es handelte sich hierbei meist um landwirtschaftlich genutzte Flächen ohne größeren Baumbestand. Die Gesamteinsatzleitung teilte das Gebiet in mehrere Abschnitte ein, in denen die Drohnengruppen der Feuerwehren aus Wiesmoor, Ochtersum (Landkreis Wittmund), Osterhusen (Landkreis Aurich), Warsingsfehn (Landkreis Leer) und Emden eingesetzt wurden. Gegen 15.45 Uhr waren schließlich alle angeforderten Drohnen in Luft. Parallel dazu wurden auch fünf Rettungshundeführer der DRV Rettungshundestaffel Ems-Jade mit ihren Flächensuchhunden im östlich der Unfallstelle gelegenen Gebiet des Hopelser Waldes eingesetzt. Während die Drohnen schneller über den Freiflächen unterwegs waren, konnten die Suchhunde im bewaldeten Gebiet schneller und effektiver vorankommen. Auf diese Weise ergänzten sich luft- und bodengebundene Einheiten in dem riesigen Suchgebiet optimal. So dauerte es nicht lange, bis die erste vermisste Person durch eine Drohne in der Nähe der angenommenen Unfallstelle ausfindig gemacht werden konnte. Auch die Rettungshunde meldeten im weiteren Verlauf drei gefundene Personen im Hopelser Wald. Um 17.37 Uhr erreichte die Einsatzleitung schließlich die Meldung, dass alle 14 vermissten Menschen gefunden und an das DRK zur weiteren Betreuung übergeben wurden. Somit konnten alle Einheiten die an sie gestellten Aufgaben erfüllen. Insgesamt waren gut 100 Einsatzkräfte verschiedener Rettungsorganisationen an der Übung beteiligt. Die anschließende Manöverkritik im Feuerwehrhaus Wiesmoor fiel überwiegend positiv aus. Es wurden einige wenige Punkte – unter anderem bei der Einsatzstellenkommunikation – angesprochen, die noch Optimierungspotenzial bieten. Auch vor dem Hintergrund, dass bei einer solchen Lage im Realeinsatz wesentlich mehr Rettungskräfte zum Einsatz kommen würden, die den Einsatzstellenfunk zusätzlich nutzen. Text: Jan-Marco Bienhoff (jmb)   

Videobeitrag von ostfriesen.tv